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Diese Review ist für eine Auflösung von 1280x1024 pixel und größer gut geeignet, bei kleineren Bildschirmen kann eine Sequenzierung der gezeigten Aufnahmen eintreten!

 

------Zeiss Otus 1,4/55mm für Nikon-----

-----Besser geht es wahrscheinlich nicht !-----

 

 

Als Zeiss ein neu gerechnetes Spitzenobjektiv für KB Vollformat Sensoren ankündigte, wußte man, dass es etwas werden würde, was für alle Mitbewerber im Markt eine Herausforderung darstellen müßte. Und es kam auch so - der Name wurde entsprechend er neuen Linie alternativ gewählt - Otus, eine Eule, war geboren. Wobei Otus als Zwergohreule nicht gerade den Charakter des Objektivs widerspiegelt, denn es ist groß, schwer und mächtig. Da ist schon viel besser die andere Interpretation - Otus war einer der griechischen Giganten der Mythologie. Der andere, Ephialtes, wird hoffentlich nicht der Name des nächsten Objektivs werden, sonst wird es etwas schwierig mit der Vermarktung werden...

Soweit einmal die Einleitung - was stellt dieses Objektiv dar, was kann es, wie ist es...alle diese Fragen waren auf meiner Liste von to-do´s. Danke an Zeiss, ich konnte das Objektiv ausführlich und gut ausprobieren und hatte keinen Zeitdruck. Offenbar waren die primären Interessenten aus der Presselandschaft und der wichtigsten potentiellen Kunden bereits bedient.

So kam ich zu einem Otus - für meine Nikon DSLR Kameras und einem möglichen Kaufpreis von etwa 3500 Euro. Das ist viel, aber in Relation zu dem, was das Apo Summicron von Leica mit vergleichbarer Brennweite kostet, nur etwas mehr als der halbe Preis von jenem Objektiv. Also relativ zu Leica doch eher günstig - was immer auch günstig sein würde. Es ist hinstichlich der Brennweite und Lichtstärle direkt als Alternative zum neuen Nikon 1,4/58mm G angesiedelt - ein Objektiv, das auch nicht gerade preiswert ist (zZ etwa 1700 Euro, also halber Otus Preis). Dafür aber ein AFS Objektiv, wohingegen das Otus bekannter Weise ja manuell zu fokussieren ist.

Nach dem Schock des Preises kam der zweite Schock - die Größe und das Gewicht des Objektivs. Auf der D800e mit angesetztem Batteriehandgriff liegt das Objektiv gut in der Hand, der Schwerpunkt ist eindeutig im Gehäuse, aber wenn man das Otus an die Nikon Df ansetzt, so liegt der Schwerpunkt viel weiter vorne - das ergibt ein etwas unsicheres Gefühl - die Kamera kann sich leicht nach vorne neigen - so wie bei größeren Teleobjektiven. Bei der D800e, die ja deutlich größer und auch schwerer als die Df ist, tritt dieser subjektive Effekt nicht oder nur wenig deutlich auf.

Hier gleich ein Grössenvergleich um die wahre Dimension dieses Objektivs zu zeigen - links das Otus, in der Mitte das auch nicht gerade kleine (aber leichte!) Nikon 1,4/58G und rechts das Standardobjektiv 1,4/50G für die Vollformat Nikon DSLR Kameras

Otus1673

Auch ist mir aufgefallen, dass sich das Bildzentrum mit angesetztem Otus bei der D800e mit angesetztem Batteriehandgriff ganz leicht nach "unten" hin verschiebt, wenn die Kamera auf einem Stativ aufgesetzt ist - das bedeutet, dass die gesamte Struktur der Halterung des MB-D12 (original Nikon, kein billiger Nachbau) das Gewicht nicht ausgleichen kann - so wie bei einem schwereren Teleobjektiv, nur dass bei einem solchen fast immer die Befestigung nicht auf der Kamera oder dem Handgriff, sondern am Objektiv erfolgt und damit der Schwerpunkt in der Aufnahme zu liegen kommt. Diese leichte Neigung - sie ist sehr gering, aber mit starker Life View Vergrößerung gut erkennbar, erzeugt bei manchen mittelkurzen Belichtungszeiten eine vertikale Verwackelungskomponente, die es nicht möglich macht, die absolut beeindruckende Schärfe der Abbildung zu erreichen. Wenn man den MB-D12 abnimmt und nur die D800e auf das Stativ aufsetzt, so ist dieser Effekt nicht mehr nachweisbar.

Die Entfernungseinstellung am Otus ist einfach phantastisch weich und absolut spielfrei - ein langer Schneckengang mit beeindruckender Gleichmäßigkeit des Drehgefühls. Das bringt mich zu einem weitern Punkt, der mir sehr schnell aufgefallen ist - die Entfernungseinstellung muss ganz genau und exakt auf den Punkt gemacht werden um die optimale Schärfe (die auch den Preis mit verantworten muss) aus den Aufnahmen herauszuholen. Hier fehlt ganz eindeutig bei der D800e (und daher natürlich auf bei der D800) und bei der Df eine auswechselbare Mattscheibe mit Schnittbildindikator. Warum so eine Mattscheibe nicht ohnedies als normale Option für die Df verfügbar ist (die ja mit der universellen Verwendbarkeit "alter" Ai und AiS Objektive beworben wird), das kann ich nicht verstehen - für mich ein gravierendes und unnötiges Versäumnis von Nikon.
Zurück zur genauen Einstellung der Entfernung - hier hilft die AF Lichtwaage nur sehr wenig bis gar nicht - die Genauigkeit dieser Anzeige ist nicht ausreichend um punktgenau scharf zu stellen. Nur die Life View Anzeige mit höchster bzw. hoher Nachvergrößerung führt da zu Ziel. Das bedeutet, dass man zumindest bei den weit offenen Blenden wie 1,4 oder 2,0 nur bei entsprechender Sorgfalt wirklich perfekt scharfe Aufnahmen erhalten wird. Nichts für schnelle Schnappschüsse bei offenen Blenden - ohnedies durch manuelle Fokussierung nicht zu empfehlen, meine ich.

Das Filtergewinde - 77mm, nichts exotisches, ist wie bei den meisten neuen Nikon Objektiven. Die Sonnenblende ist stabil, massiv und sitzt exakt auf dem Bajonett auf - sehr präzise gefertigt, wie auch das gesamte Objektiv einen überaus soliden, "plastikfreien" Eindruck macht - einfach ein Stück solider Präzissionsfertigung.

Soweit die rein äuperlichen Eindrücke - nun zu den Ergebnissen. Ich habe also das Otus sowohl mit der D800e als auch mit der Df verwendet. Warum die Df - nun ich wollte sehen, ob man den gepriesenen und berichteten Qualitätsunterschied zu allen anderen Normalbrennweiten auch auf der "kleineren" Df deutlich sehen kann - also ein Vergleich von 36 MPx mit 16Mpx. Eigentlich sollte ja auch der Sensor der D4, der ja in der Df eingebaut ist, auch diesen Qualitätsunterschied erkennen können - zumindest hinsichtlich Eigenschaften, die nicht direkt mit der Pixelzahl verbunden sind - also Kontrast, Farbe und verwandte Themen.

An Motiven habe ich sowohl bei Tag als auch bei Nacht Aufnahmen gemacht, sowohl weit entfernte Motive als auch Motive im Bereich der Nahgrenze des Objektivs, sowohl bei Sonne als auch bei Nebel.


Meine "Executive Summary" aller Aufnahmen und der gemachten Vergleiche k önnte man so formulieren: ...Vergessen sie alles, was sie bis jetzt an Bildqualität im Kleinbildformat gesehen haben, das Objektiv bringt sie in eine andere Qualitätsklasse....

Betonen möchte ich aber, dass ich leider keine Gelegenheit hatte, das Apo Summicron von Leica direkt mit dem Otus zu vergleichen - es wäre wahrscheinlich ein Kampf der Giganten, aber dafür kostet jenes Stück auch etwa 6000 Euro, also nochmals fast doppelt so viel wie das Otus.

Zurück zu den Ergebnissen - für alle Aufnahmen habe ich als Rawkonverter meistens den Adobe RC verwendet, in der aktuellen Form des Photoshops CS6/CC. Alle Aufnahmen wurden also im Rawformat NEF von Nikon bei 14bit gemacht, mit der aktuellen Entwicklungseinstellung von Adobe in TIF konvertiert und dann meistens im Lightroom 5 (Screenshots bei 200% und mehr) evaluiert und verglichen. Manche Aufnahmen habe ich in PS6 importiert und dann Screenshots zu Vergleichszwecken bei 100% und 200% gemacht. Ich habe Adobe gewählt, weil es mir erscheint, dass die meisten Fotografen der Einfachheit halber mit diesem System (ARC-Photoshop/Lightroom) arbeiten. Alternativen auszuprobieren ist sicher sinnvoll, ich habe auf den RPP (ausgezeichnet aber etwas umständlich und gewöhnungsbedürftig), DXO, Photo Ninja und Iridient Developer (einfach und schnell) probiert - mit unterschiedlichen Resultaten, wie es zu erwarten war.

Wie immer habe ich nicht nur outdoor Situationen aufgenommen, sondern auch die üblichen Testcharts um mir einen Eindruck zu verschaffen, wie weit die in der Presse publizierten Werte für Vignettierung, Verzeichnung und Auflösung sich verifizieren lassen. Die Messwerte, die in der Fachpresse publiziert werden, sind immer mit großer Vorsicht zu betrachten - meistens wird nichts darüber geschrieben, wie genau und unter welchen optisch/elektronischen Bedingungen und welchen genau definierten Einstellungen die Aufnahmen gemacht und ausgewertet wurden. Weiters findet man fast nie genaue Angaben über die Koordinaten und deren Maßstäbe bei Graphiken. Daher stellen für mich die meisten solcher Graphiken und Angaben marketingoptimierte Werbung dar und nicht nachvollziehbare Meßergebnisse. Darüber hinaus stellen alle Meßwerte, die von geometrischen Meßtafeln erhalten werden, nur einen kleinen, oft nicht wirklich aussagekräftigen Aspekt eines Objektivs dar - denn, und das wird fast immer vergessen oder bewußt nicht erwähnt, denn der durch die limitierte Dimension aller dieser Charts, wird das Objektiv in einem Abbildungsmaßstab verwendet, für das es möglicherweise nicht optimiert wurde. Objektive haben immer einen bestimmten Abbildungsmaßstabsbereich, in welchen sie optimale Bildergebnisse liefern - außerhalb dieses Bereichs sind sie weniger gut. Auch wenn die Brennweite durchaus vergleichbar wäre, so ist es durchaus normal, dass das eine optische System im Abbildungsbereich, der für die korrekte Auswertung von einem Auflösungstestchart verwendet wird, besser abbildet als ein anderes Objektiv eines vielleicht sehr bekannten Hersteller, das auf Grund des komplett anderen optischen Layouts in der gleichen Umgebung nicht so gut abbildet weil es für einen anderen Abbildungsmaßstab optimiert wurde.

Es kommt daher unter dem Strich immer darauf an, ob ein Objektiv die für den Fotografen wichtigen Anwendungen mehr als zufriedenstellend bewältigt - die Meßwerte sind informative Ergänzungen, die nur im direkten Vergleich eine Aussage erlauben sollten. Nichts desto weniger geben Vergleiche von Objektiven gleicher oder ähnlicher Brennweite einen guten Aufschluss auf das, was zu erwarten sein dürfte.

In diesen Licht kann ich meine vorher geäußerte, natürlich subjektive, Meinung zu dem Zeiss Otus nur wiederholen - es ist einfach Spitze! Sicher, bei einem Preis, der etwa das 10fache einer üblichen Normalbrennweite größerer Hersteller darstellt, sollte das auch so sein - es ist aber dennoch ein "aahh" Effekt, den Unterschied zu sehen. Wer genau diesen Unterschied braucht, der wird auch den Preis bezahlen.

Ein Ausflug mit der Nikon D800e und dem Zeiss Otus führte zum Schloss Laxenburg. Es war einer der Aufenthaltsorte der legendär alternativen Kaiserin Elisabeth - ein sehr grosser Park umgibt ein kleines Lustschloss und eine Reihe anderer Gebäude. Im Winter nicht besonders attraktiv, sber was soll´s, es war eben Winter und ein Winter ohne Schnee und ich konnte nicht warten, bis es Blätter und Frühling war um die Aufnahmen zu machen - ist eben so, wie man so schön sagt.

 

Das erste Motiv auf diesem Ausflug war das alte Schlossgebäude. Hier einmal der Überblick über die gesamte Aufnahme ( Blende 1,4, wie bei allen Vergleichen um die Offenblendenqualität zu sehen ):

Laxenburg1

Und nun einige Screenshots von 100% Ausschnitten aus dem mittleren, oberen Bereich der Aufnahme:

L2

Nikon D800e mit Nikon 1,4/50mm G bei Blende 1,4 (100%)

 

L3

Nikon D800e mit Nikon 1,4/58mm G bei Blende 1,4 (100%)

 

L4
Nikon D800e mit Zeiss Otus1,4/55mm bei Blende 1,4 (100%)

Was auch bei diesen Screenshots auffällt, ist der Unterschied im Kontrast - die Brillanz der Aufnahmen. Die Aufnahme mit dem Otus ist klar, brillant und sehr gut definiert - etwas weniger gut die mit dem neuen Nikon 1,4/58G und die flaueste ist die mit dem normalen Standardobjektiv von Nikon, dem 1,4/50G (dafür kann man auch 10 Stück dieses Objektivs um den Preis eines einzigen Otus kaufen...)

Wenn man dann in Details bei höherer Nachvergrößerung geht, sieht man noch weitere Unterschiede - Details werden mit dem Otus etwas klarer sichtbar, die bei beiden anderen Objektiven nicht so klar erkennbar sind. Das kann man gut an einer Aufnahme des damals künstlich angelegten kleinen Sees erkennen, in dessen Mitte das erwähnte Lustschloß steht.

 

Vorerst wieder eine Übersichtsaufnahme - diesmal das Wasserschloss Laxenburg - wie vorher mit einem der drei untersuchten Objektive:

S1

Hier jetzt Ausschnitte aus dem Mittenbereich im Vergleich -wie vorher, alle Aufnahmen mit der Nikon D800e und bei jeweils Blende 1,4 und ISO50 gemacht.

S2

Nikon D800e mit Nikon 1,4/50G bei Blende 1,4 (100%)

 

S3

Nikon D800e mit Nikon 1,4/58G bei Blende 1,4 (100%)

 

ZeissOtus1k4See

Nikon D800e mit Zeiss Otus 1,4/55mm bei Blende 1,4 (100%)

Für mich zeigen diese Vergleiche, dass das Otus primär eine sichtbar klarere Wiedergabe von Strukturen erlaubt - auch wenn hier der morgentliche Dunst die Unterschiede etwas zudeckt. Deutlich wird der Unterschied dann, wenn man Strukturen wählt, die wesentlich näher liegen und daher kein Dunst ins Spiel kommt.

 

Ein Baumstamm im Park ergab ein schönes Beispiel für die Qualitätsunterschiede im Nahbereich - auch wenn der Abbildungsmaßstab ein ganz anderer ist, wodurch vielleicht der Vergleich auf Grund der unterschiedlichen optischen Konzepte nicht ganz korrekt sein mag - die Unterschiede in den Feinstrukturen sind klar erkennbar.

Wieder vorerst die Übersichtsaufnahme, die Entfernung zum ziemlich großen Baum war etwa 2m:

B1

Und nun wieder die entsprechenden Detailausschnitte:

B2

Nikon D800e mit Nikon 1,4/50G bei Blende 1,4 (200%)

 

Nikon58GBaum

Nikon D800e mit Nikon 1,4/58G bei Blende 1,4 (200%) - es ist leider wirklich nicht schärfer, auch nicht verwackelt, es ist genau so

 

B4

Nikon D800e mit Zeiss Otus bei Blende 1,4 (200%)

Hier kann man deutlich erkennen, dass das neue Nikon 1,4/58G offenbar nicht für diesen Abbildungsmaßstab optimiert wurde - es erscheint auf allen Aufnahmen, deren Gegenstandsentfernung deutlich unter 5-10m lag, weniger gut als das deutlich preiswertere Nikon 1,4/50G. Das Otus hingegen ist einsame Spitze - sowohl in Bezug auf Kontrast als auch auf die Schärfe und Feinzeichnung.

Ich habe diese Nahbereichseigenschaften verifizieren können - eine Aufnahme einer Orchidee, Entfernung etwa 0,6m, zeigt diese relative Schwäche des Nikon 1,4/58G bei offener Blende 1,4 ganz deutlich. Zuerst die Übersichtsaufnahme zur Information, danach die Details mit dem Nikon 1,4/50G, dem 1,4/58G und zuletzt mit dem Otus - alle bei Blende 1,4 aufgenommen.

Orch1

 

Orch2

Nikon 1,4/50G bei Blende 1,4

 

Orch3

Nikon 1,4/58G bei Blende 1,4

 

Orch4

Zeiss Otus 1,4/55 bei Blende 1,4

 

Ein ganz anderes Motiv fand ich für diesen Vergleich in der Ansicht des Wienflusses von der Station Stadtpark der U4 aus gesehen - viele Details vom Vordergrund bis zu einem detaillierten Hintergrund. Es war leicht sonnig-dunstig an jenem Tag.

Vorerst wieder die Ubersichtsaufnahme:

Sp1

 

Und wieder die Details bei entsprechender Nachvergrößerung, diesmal aus dem Lightroom 5 entnommen:

SP2

Nikon D800e mit Nikon 1,4/50G bei Blende 1,4 (200%)

 

SP3

Nikon D800e mit Nikon 1,4/58G bei Blende 1,4 (200%)

 

SP4

Nikon D800e mit Zeiss Otus bei Blende 1,4 (200%)

Bei diesem Beispiel erkennt man, wahrscheinlich begünstigt durch den Stand der Sonne, die den Dunst leicht durchdrang, die Unterschiede besonders gut. Wieder mehr hinsichtlich Kontrast als hinsichtlich Auflösung - wobei die Auflösung der feinsten Strukturen bei dem Otus sichtbar besser ist, was man gut an dem folgenden Beispiel erkennen kann. Es war ein nebeliger Morgen - die Aufnahmen zeigen es deutlich.

Die Bildqualität am Bildrand, genauer in den Bildecken ist ja einer der Kriterien, die für mich interessant sind - in der Bildmitte ist ja oft ein Objektiv gut und fein, aber gegen die Ecken hin läßt meistens die Qualität dramatisch nach - hier kommen Astigmatismus, Farbfehler, Koma, Wölbung und noch andere Bildfehler gut zum Vorschein. Nicht so beim Otus, wie man gleich sieht!

Der Burggarten in der Inneren Stadt ergab auch ein schönes Motiv für Vergleichsaufnahmen. Wie immer, zuerst die Übersichtsaufnahme - die darauf folgenden Details sind in der linken oberen Ecke zu finden - die Verzierungen der Dachkonstruktionen

BG1

 

Und hier in der üblichen Reihenfolge die Detailausschnitte - zuerst das Nikon 1,4/50G, dann das Nikon 1,4/58G und dann das Zeiss Otus:

BG2

Nikon 1,4/50G bei Blende 1,4 - linke obere Ecke bei 200%

BG3

Nikon 1,4/58G bei Blende 1,4 - linke obere Ecke bei 200%

 

BG4

Zeiss Otus 1,4/55 bei Blende 1,4 - linke obere Ecke bei 200%

 

In der Nacht treten die erwähnten Restfehler meistens als verschmierte Lichter bei Strassenbeleuchtungen auf - oder noch viel besser sichtbar, wenn man in einer klaren Nacht ohne Lichtverschmutzung den Sternenhimmel aufnimmt. Das war aber in Wien nicht möglich, also ging es zum Heldenplatz mit den vielen beleuchteten Gebäuden...

In der Nacht sieht man, wie gesagt, die unterschiedlich ausgeprägte Qualität deutlich an den hellsten Bereichen - alle Aufnahmen wie immer bei Blende 1,4. Hier zeigt sich die eindeutige Überlegenheit des Otus bei offener Blende besonders klar - wenn man daher Blende 1,4 als Arbeitsblende benötigt, dann wird wohl kein Weg am Otus vorbei führen. Allerdings, blendet man ab, beispielsweise bis auf 4 oder 5,6 - dann verschwinden diese Unterschiede zusehend und die einzige sichtbaren Unterschiede bleiben im Bildkontrast erhalten.

 

Hier die Überblicksaufnahme zur Orientierung:

HB1

Links und rechts am unteren Bildrand befinden sich Laternen, die durch die ausgewählte Belichtungszeit (Hauptaugenmerk auf das Gebäude) überstrahlen und in der Mitte ist die hellen Innenbeleuchtung - alles gute Beispiele um unterschiedliche Korrektionsqualitäten zu zeigen.

In der Folge wie immer zuerst das Nikon 1,4/50G, dann das Nikon 1,4/58G und zuletzt das Zeiss Otus - alle bei Blende 1,4.

BG2

Nikon 1,4/50G bei Blende 1,4 - Ausschnitt 200%

 

BG3

Nikon 1,4/58G bei Blende 1,4 - Ausschnitt 200%

 

HB4

Zeiss Otus 1,4/55 bei Blende 1,4 - Ausschnitt 200%

Nach diesen Vergleichen stellt sich die Frage, ob der hohe Preis des Zeiss Otus sich auch in Daten niederschlägt, die man aus Aufnahmen von Testcharts erhalten kann.

Testcharts für die Messung der MTF, also einer Messung des Bezugs von Kontrast in Relation zur Ortsfrequenz, sind fast immer in einer Entfernung von einem oder wenigen bis einigen Metern vom Objektiv entfernt - daher spielt bei der Interpretation der Ergebnisse immer die Frage nach dem Objektivdesign eine große Rolle. Wie bereits erwähnt, darf man nicht ohne die Kenntnis des Designs und der damit verbundenen Eigenheiten desselben Rückschlüsse aus den erhaltenen Werten und Graphiken auf die gesamte Abbildungsqualität eines Objektivs ziehen (leider wird das aber fast immer in den meisten Publikationen gemacht).

Trotzdem kann die Auswertung von MTF Testaufnahmen einen wertvollen Hinweis auf das Niveau des Objektivs liefern. Ich habe den 9x Siemensstern sowie eine Serie von "slanted edges", also schiefliegender Kontrastgrenzen, verwendet und mit allen für mich verfügbaren Programmen ausgewertet und die Ergebnisse veglichen. Die Ergebnisse sind, wie erwartet, nicht sehr homogen, da die einzelnen Programme unterschiedliche Rechenalgorithmen verwenden und die Berechnungen an Hand unterschiedlicher Kriterien gemacht werden. Ein weiteres Problem ist die Scharfeinstellung auf die Testcharts - sowohl bei der D800e als auch bei der Df.

Die visuelle und subjektive Entfernungseinstellung an der D800e mit der "normalen" Mattscheibe ist meistens viel zu ungenau aber dafür die Lifeview Einstellung bei maximaler Nachvergrößerung sehr kritisch. Die Einstellungen, die Adobe im Photoshop CS6 standardmäßig vorgibt, haben einen gut sichtbaren Einfluß auf das Ergebnis - Adobe macht mit dem aktuellen Prozess eine leichte Schärfung (25%) als Standardvorgabe. Da ich lieber praxisnahme Auswertungen rechnen lassen wollte, habe ich diese Grundeinstellung von Adobe nicht verändert. Stellt man alle diese Regler auf Null, so erhält man etwas weniger "gute" Werte bei allen Objektiven, was ich weiter unten auch an Hand eines Vergleichs gezeigt habe. Nur ist diese Nullstellung aller Werte in der praktischen Fotografie nicht realistisch - für Messungen sicher legitim, aber dann muss man alle Objektive gleichartig und gleichwertig behandeln und immer alles auf Null stellen um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.

Die Positionierung der Kamera in Bezug auf das Testchart ist bei diesem Objektiv bei offener Blende auch sehr kritisch - denn wenn man exakt auf die Mitte versucht scharfzustellen, so sind die Randbereiche meistens sehr leicht unscharf - auch wenn sphärische und chromatische Aberrationen sehr gut korrigiert sind, bleibt doch möglicherweise etwas Bildfeldwölbung übrig.

Hier in der Folge nun einige der erhaltenen Resultaten. am Beginn mit einem "schiefen" Schachbrettmuster. Die schwarzen Quadrate sind so schwarz, wie sie gedruckt werden können, die weißen Quadrate sind Papierweiß.

Bei dem "slanted edges" Testchart ( DXO und Imatest verwenden es) habe ich diejenigen MTF Kurve aufgenommen, die man sehr oft in Publikationen sehen kann - die Abhängigkeit des übertragenen Kontrasts von dem Bildort.

Hier das gesamte Testchart zur Information - in der Mitte eines der Messfelder eingeblendet:

IE4

 

Und hier jetzt die Darstellungen - zuerst das Nikon 1,4/50G, dann das Nikon 1,4/58G und zuletzt das Zeiss Otus:

IE5

Nikon 1,4/50G bei Blende 1,4

 

IE5

Nikon 1,4/58G bei Blende 1,4

 

IE6

Zeiss Otus bei Blende 1,4

Zur Erklärung ein paar Zeilen: Die vertikale, gestrichelte Linie ist die Nyquistfrequenz, definitionsgemäß die halbe vertikale Pixelanzahl, und der Kontrast bei dieser Frequenz sollte nach Möglichkeit über 9-10% liegen, damit man die kleinsten Details einer Aufnahme noch erkennen kann. Eine weitergehende Erklärung bedeutet eine eigene Website, ist aber alles im Web nachlesbar (zB bei Norman Koren oder auch bei Diglloyd, bei Image Engineering oder auch in diversen Whitepapers von Zeiss u.a.). Wie man sieht, sind beide Nikon Objektiv hinsichtlich des Kontrasts ziemlich weit unter 10% (in dieser Anordnung und bei dieser Messung), nur das Otus ist weit drüber - also mehr als deutlich überlegen.
Viele Objektive verbessern sich stark, wenn man etwas abblendet - meist reicht es aus, ein, zwei oder maximal drei Stufen zuzumachen - so auch bei Nikon. Bei Blenden kleiner (also Blendenzahlen größer) als der offenen Blende werden beide Objektive signifikant besser, reichen aber bei weitem nie an das Otus heran. Hier ein paar Beispiele:

Was geschieht nun mit diesen Offenblenden - Werten, wenn man die Blende von 1,4 auf 2,0 oder dann bis zu 4,0 verkleinert? Die Kurven werden sich etwas ähnlicher, aber das Zeiss Otus bleibt weiterhin den anderen beiden Objektiven meilenweit überlegen. Die optimale Arbeitsblende des Otus beginnt meiner Meinung nach (bei der Nikon D800e) bereits bei 2,0 und bleibt dann ziemlich gleich exzellent. Hier zeigt das Objektiv die beste Qualität und die Entfernungseinstellung ist nicht mehr so extrem kritisch wie bei Blende 1,4, wohingegen beide Nikon Objektive durch gemäßigtes Abblenden bis auf etwa 5,6 oder 8 weiter an Qualität gewinnen (bevor dann die Beugung wieder den Gewinn zunichte macht).

MTF50G

MTF aus den slanted edges von Nikon 1,4/50G

 

MTF58G

MTF aus den slanted edges von Nikon 1,4/58G

 

MTF OTUS

MTF aus den slanted edges von Zeiss Otus

Die Kurven der beiden Nikon Objektive zeigen, wie bereits erwähnt, eine weitere Steigerung bis etwa Blende 8-11 und dann ein eher schnelles Absinken ab Blende 11-16 - hier kommt die Beugung zu stark ins Spiel und reduziert die Kantenschärfe deutlich sichtbar. Beim Otus erscheint mir aber die beste Qualität bereits bei Blende 2,0 bis maximal 5,6 erhalten, dann ändert sich nicht mehr viel bis die physikalisch bedingte Beugung auch hier ins Spiel kommt. Das bedeutet, das Otus ist bei Blende 2,8 auf absoluter Peakperformance, wohingegen man das bei Nikon erst bei Blende 5,6 (1,4/58G) oder 8 (1,4/50G) behaupten kann.
Mit anderen Worten, das Otus kann man nicht nur bereits bei offener Blende sinnvoll vollformatig verwenden, es bringt auch sowohl im Kontrast als auch in der Auflösung noch bei der Nyquistgrenze korrekt Details auf den Sensor - ein wichtiger Vorteil, wenn es um die letzten feinen und schwach kontrastierten Details geht.

Nur - und das muß man immer berücksichtigen - diese Qualität bekommt man nur dann wirklich zu sehen, wenn man die kritisch genaue Entfernungseinstellung beherrscht und die Kamera so erschütterungsfrei auslösen kann, dass nicht diese feinen Unterschiede wieder verloren gehen. Das mag auch der Grund für die von mir nicht immer so deutlich gezeigten Qualitätsunterschiede zwischen den drei Objektiven gewesen sein - trotz aller Vorsicht gelang es mir offenbar nicht konsequent, diese Feinheiten sichtbar zu machen.

Was den Einfluß einer moderaten Standard Schärfung im ARC beim Entwickeln des Rawfiles betrifft, da gibt es gravierende Unterschiede - ein Beispiel kann das gut zeigen. Eine Aufnahme mit dem Otus wurde einmal ohne Schärfung und dann mit der optimalen Schärfung entwickelt und durch den IE Analyzer geschickt - fast wie wenn zwei unterschiedliche Objektive getestet worden wären, so haben sich die Ergebnisse präsentiert.

Vergleich Otus

Der Screenshot zeigt die 9 Siemenssterne bei Rawkonvertierung des NEF Files mit den Standardvorgaben von ACR und einer optimalen Schärfung, wenn man die Maus auf das Bild bewegt, sieht man das Ergebnis, wenn alle Schärfungseinstellungen auf Null gesetzt wurden. Die Aufnahmeblende ist 1,4, die ISO Einstellung war 50, die Kamera eine Nikon D800e (das Minuszeichen in der Mitte ist eine Programm"eigenheit" ohne Einfluß auf das Ergebnis).

Aus Interesse habe ich noch zusätzlich alle Ergebnisse hinsichtlich der Auflösung mit den Ergebnissen aus dem Programm Imatest verglichen - Imatest ist eine wirklich interessante Alternative zu den beiden etablierten Auswertungsprogrammen von Image Engineering und von DXO. Dieses Programm hat sich in den letzten Jahren aus einem kleinen Programm eines brillanten Amerikanischen Mathematikers und semiprofessionellen Fotografen, Norman Koren, zu einem wichtigen und bedeutenden Qualitätssicherungsprogramm für optische Geräte entwickelt. Es ist sehr umfangreich in der Dokomentation der Ergebnisse und liefert eine enorme Datenmenge, die man aber durchaus gut durchsehen und einordnen kann. Mit Hilfe des SFR+ Testcharts, einem Testchart, das mit einem einzigen Aufnahmeset viele Detailinformationen ergibt, habe ich die drei Objektive zusätzlich verglichen und die meisten Ergebnisse stimmen zumindest tendentiell sehr gut überein, wenn auch die Detaildaten durchaus abweichen. Das ist aber klar, denn jedes Programm verwendet andere Algorithmen und die Auswertungen basieren auf zum Teil unterschiedliche Annahmen und Normierungen. Daher ist es immer sehr wichtig, alle Tests, die man in der Fachpresse findet, genau zu lesen und zu untersuchen, welche Normen bzw. Einheiten bei graphischen Darstellungen verwendet werden.

Hier nun die Ergebnisse der Auswertungen mit Hilfe des Imatest Programms. Die Kurven stellen die Beziehung zwischen dem übertragenen Kontrast und dem Ort im Bildfeld, von der Mitte ausgehend zu den Ecken hin dar - die Kurven werden aus der Mittelung der 4 Qudadranten und der dort befindlichen Meßpunkte erhalten. Die Überlegenheit des Zeiss Otus ist deutlich sichtbar und die erhaltenen Werte stimmen ziemlich gut mit den Werten überein, die ich mit DXO und auch mit IE erhalten konnte. Als Kamera kam wieder die Nikon D800e zum Einsatz, das Testchart war das Imatest SFR+ Target mit einer Seitenlänge von etwa 1,5m.

 

50 G MTF

Nikon 1,4/50 G - die rote Kurve ist die MTF 10 Kurve, also diejenige Kurve, die bei einem Restkontrast von 10% (der üblichen Detektionsgrenze für menschliche Augen) die Auflösung in Linienpaaren/ Bildhöhe(24mm) in Abhängigkeit vom Bildort (0=Zentrum, Bildecke=21,6mm) darstellt. Die 100 in der x-Achse werden nicht ereicht, da die letzte Meßkante nicht genau in der Ecke sondern etwas weiter innerhalb liegt. Der Mittelwert für 10% Kontrast liegt bei etwa 1680 LP/PH (die D800e hat eine Nyquistgrenze von 2456 PL/PH)

 

58G MTF

Hier die vergleichbare Kurvendarstellung für das Nikon 1,4/58 G - in dieser optischen Anordnung ist dieses Objektiv hinsichtlich der Auflösung dem 1,4/50G zwar nicht überlegen, der Kontrast ist aber bei feinsten Strukturen homogener übertragen.Der Mittelwert für dieses Objektiv bei dieser Meßanordnung liegt bei etwa 1650 LP/PH, was innerhalb der Meßschwankungen dem des vorher gezeigten Nikon Objektivs entspricht. Bei "normalen" Aufnahmen mit der D800e kann man daher kaum eine Verbesserung der Feinauflösung erkennen, aber eine etwas kontrastreichere Darstellung und das über das ganze Bildfeld gesehen.

 

Otus MTF

Hier die entsprechenden Kurven für das Zeiss Otus - alle Werte sind im zweistelligen Prozentbereich höher und besser und die gesamte Kurve ist deutlich ebener - die 10%MTF Grenzauflösung in der Mitte erreicht den theoretischen Maximalwert von 2456 LP/PH und der über das gesamte Bildfeld gemittelte Wert überschreitet bereits deutlich die 90% Marke - eine absolute Spitzenleistung. Im Vergleich dazu liegen beide Nikon Objektive unter 70%! Diesen großen Unterschied kann man gut auf allen Aufnahmen sehen - nicht nur werden feine und feinste Details klarer und genauer wiedergegeben, der gesamte Bildkontrast ist auch sichtbar höher - einfach ein viel bessere Bildqualität.

 

WIe sieht es mit der Vignettierung des Otus, dem Helligkeitsabfall von der Bildmitte zu den Ecken hin, im Vergleich zu den Nikon Objektiven aus? Als Testchart diente eine gleichmäßig von hinten durchleuchtete Plexiglasplatte. Da die Vignettierung von der Blendenzahl stark abhängt, ist die stärkste Vignettierung bei ganz offener Blende vorhanden. Die Entfernungseinstellung wurde auf Unendlich gestellt und der AF abgeschaltet (natürlich auch die kamerainterne Shading/Vignettierungskorrektur).

Am Anfang das Ergebnis für das Nikon 1,4/50G bei Blende 1,4 - die Darstellung zeigt eine 3-D Darstellung des Helligkeitsprofils und man kann aus der Graphik und dem begleitenden Textfile der numerischen Werte dieser Darstellung ablesen, dass der Helligkeitsabfall von der Mitte zu den Bildecken (D800e) etwa 1 Blendenstufe beträgt.

Ni50Vign

Vignettierung Nikon 1,4/50G bei Blende 1,4 (1,0 f-stops max)

 

Das neue Nikon 1,4/58G hat eine ganz deutlich geringere Vignettierung, die auf den Aufnahmen positiv bemerkbar ist

Ni50Vign

Nikon 1,4/58G bei Blende 1,4 (0,7 f-stops max)

 

Das Zeiss Otus liegt zwischen beiden Objektiven, ist fast so stark vignettierend wie das Nikon 1,4/50G. Auch diese Messungen wurden mehrfach wiederholt aber die Ergebnisse waren für diese Kombination von Kamera, Nikon D800e und Objektiven, immer im Rahmen der Meßschwankungen vergleichbar.

OtusVign

Zeiss Otus 1,4/55 bei Blende 1,4 (0,9 f-stops max)

 

Wie sieht nun die Verzeichnung, also der ortabhängige Abbildungsmaßstab aus - man kann zwar auch diesen Restfehler elektronisch recht gut kompensieren, aber ein verzeichnungsarmes Objektiv ist sicher vorzuziehen. Bei der graphischen Darstellung der Verzeichnung ist es, wie bereits vorher erwähnt, wichtig, die Einheiten der Graphenachsen und die Normierungen anzusehen - die Verzeichnung wird je nach Norm bzw. Herkunft des Autors numerisch sehr unterschiedlich ausfallen - es gibt drei wichtige und häufig verwendete Normierungen - die lokale geometrische Verzeichnung LGD, die EBU Verzeichnung und die SMIA Verzeichnung. Letztere beiden unterscheiden sich um einen Faktor 2 und die LGD wird überhaupt anders berechnet und ergibt den numerisch höchsten Wert. So habe ich erst vor wenigen Tagen ein Objektiv ausgemessen, bei dem die EBU Daten 1,2% ergaben, daher waren die SMIA Daten 2,4% aber die LGD ergab 4%. Wenn nun ohne weitere Angaben in einem Datenblatt ein Verzeichnungswert von 0,4% zu finden ist - dann stellt sich die Frage, welche der Normen verwendet wurden - fast immer die EBU Norm, denn diese ergibt den kleinsten Wert und Hersteller wollen ja ein Objektiv mit bestmöglichen Daten anbieten!

50G Verz

Nikon 1,4/50G SMIA Verzeichnung = -1,66% (Tonne)

 

58G Verz

Nikon 1,4/58G SMIA Verzeichnung = -1,62% (Tonne)

 

Otus Verz

Zeiss Otus 1,4/55 SMIA Verzeichnung = -0,84% (Tonne)

 

Für mich selbst ist ein "Normalobjektiv" nicht ein besonders wichtiges Objektiv, ich verwende diese Brennweite relativ selten. Daher werde ich mir dieses Objektiv wohl kaum zulegen, da ich zu wenig Aufnahmen mit dieser Brennweite mache - mein Hauptinteresse liegt im Weitwinkelbereich. Daher bin ich sehr neugierig auf eine weitere Entwicklung, ein vergleichbar gutes Weitwinkelobjektiv im Brennweitenbereich von etwa 25-35mm.

Nach vielen Hundert Aufnahmen kann ich nur bestätigen, was viele Fotografen und Testberichte vor mir bereits geschrieben haben - es ist das mit Abstand beste Normalbrennweiten Objektiv für das Kleinbildformat, das es zur Zeit gibt. Ich möchte bewußt das Leica Apo Summicron ausnehmen, denn das ist nicht nur doppelt zu teuer, es ist mir auch bis jetzt nicht möglich gewesen, es für einen umfangreichen Test zu erhalten - es ist selten und kaum erhältlich. Also bleibe ich bis auf weiteres dabei - das Otus ist das perfekteste Objektiv in dieser Brennweitenklasse, das ich getestet habe.

Noch ein Satz zum guten Ende: Ich werde weder bezahlt, noch gefördert, noch subventioniert noch erhalte ich irgendwelche finanziellen oder materiellen Zuschüsse oder Vorteile aus meinen Testberichten - ich teste, weil es mich interessiert, mir Freude bereitet und weil ich einfach nicht alles, was so geschrieben und gesagt wird, ohne Überprüfung glaube. Aber beim Otus stimmt das, was man lesen kann - es ist eindeutig das perfekteste Objektiv dieser Brennweitenklasse.

 

 

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